Mittwoch, 22. Juni 2011

Australia rules - manchmal

"Lies, damned lies, and statistics" -- Quelle umstritten
Als Hobbystatistiker weiss ich natürlich, dass Zahlen so und so interpretiert werden können. So auch das nicht unumstrittene Ranking der lebenswertesten Städte, oder - wie neuestens - das Ranking der lebenswertesten Länder der OECD. Und weil lebenswert ja subjektiv ist, kann man auf der OECD Seite auch gleich noch rumspielen und sein eigenes Ranking erstellen, indem man einzelne Faktoren stärker gewichtet. Ohne Gewichtung gewinnt Australien - aber warum wohl?

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Wohnen: Australien schlägt die Schweiz (und Deutschland) in der Kategorie Wohnen um Längen (Häusle bauen kostet nix, Nebenkosten gering weil keine Heizung). Einzig in Kanada wohnt man besser! Aha.

Einkommen: Sowohl in Deutschland (ein Wunder) als auch in der Schweiz (kein Wunder) verdient man besser als in Australien. Das ist aber immer noch alles nix im Vergleich zu wie man in den Staaten verdient!?

Arbeit: In Australien Arbeit zu finden ist leicht. Nicht ganz so leicht wie in der Schweiz aber viel leichter als in Deutschland.

Geselligkeit: Der Australier an und f$uuml;r sich ist sehr gesellig und trinkt gern in Gruppen. Auf jeden Fall geselliger als der Schweizer oder der Deutsche. Mehr (oder in grösseren Gruppen) trinkt nur noch der Skandinavier.

Ausbildung: Wegen all der bierseligen Geselligkeit hat der Australier dann wiederum nicht so viel Zeit zu lernen; und ist darum ein bisschen weniger gebildet als der Deutsche oder der Schweizer.

Umgebung: Dafür ist's beim Australier schön. Nicht nur ist die Umgebung schön, sondern es hat auch einfach schampar viel davon. Lustigerweise denkt aber der Engländer und der Franzos, er hätte noch viel schönere Umgebung.

Regierung: Der Australier lässt sich gut regieren. Viel besser als der Schweizer, der immer dagegen ist, oder der Deutsche, der immer mitreden will.

Gesundheit: Der Australier ist - trotz geselliger Aktivitäten - gesund. Fast so gesund wie der Schweizer (Bergluft) und viel gesünder als der Deutsche (Ruhrpott). 

Lebensqualitaet: Der Australier ist sehr zufrieden mit seinem Leben. Lustigerweise wird der Australier unzufriedener je länger man fragt (How are you? Good. How are you doing? Not too bad.). Ich glaube die OECD hat nur sehr kurz gefragt. Der Deutsche dagegen meckert gern. Der Schweizer wiederum ist sogar noch zufriedener als der Australier (ja die Glückshormone in der Schoggi). Das ist aber alles nix im Vergleich zum Ungar. Der ist nämlich maximal Unzufrieden (oder hat die Frage nicht verstanden).

Sicherheit: In Australien ist es sicher. Sicherer ist es nur noch in anderen Ländern - z.B. in Japan!!! In Deutschland ist es weniger sicher als in Australien; aber immer noch sicherer als in der Schweiz (obschon der Schweizer zum prügeln gern nach Deutschland fährt).

Work-life-Balance: Der Australier denkt, er sei Meister in Bezug auf die work-life-balance. Dabei kännen das fast alle besser als der Australier. Nur der Chilene (arbeitet zuwenig?), der Koreaner und Japaner (arbeiten zu viel?), der Israeli, der Türke und der Mexikaner (arbeiten?) können das noch schlechter. Das Entscheidende an der work-life-balance ist eben die Balance.

Kommentare:

  1. tschau tschouns
    vielen dank für diese interpretation, die viel wertvoller war als die statistik. du könntest dich eigentlich als blogger aufs statistik interpretieren spezialisieren (oder machst du das sowieso gerade???). in einer fortgeschrittenen phase der ausbildung wären dann vielleicht nicht mal mehr statistiken vonnöten:-)
    so long, schtrubelimutz

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  2. Ou Jonas, bi dere Schtatistik chumeni wieder mal nid ganz nache aber d Uslegig isch eigewillig u verschtändlech. Merci vielmal für d Nachhilf!
    LG C

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