Mittwoch, 9. Februar 2011

Ein Koenigreich fuer funktionierenden Nahverkehr

Melbourne hat ein funktionierendes und in Teilen gut ausgebautes Tramnetz. Melbourne hat sogar S-Bahnen in die Vororte - wenn auch laengst nicht in alle. Allerdings, und das sehen wohl auch die meisten Melburnians so, scheint das Schienennetz und der OeV ueber die letzten Jahre doch wohl ein bisschen vernachlaessigt worden zu sein. Das war mit ein Grund, weswegen die Labours bei den letzten Wahlen in Victoria abgestraft wurden. Obwohl manchmal charmant (siehe Ankuendigung zu Bezahlpolitik an Silvester) ist die mangelnde Professionalitaet oft nur zum Schreien.




An allen S-Bahnhoefen wird der Reisende mit grossen Plakaten darauf aufmerksam gemacht, dass Metro (der Zusammenschluss der Bahnbetreiber) im letzten Monat die 'service targets' uebertroffen habe. Fuer Januar 2011 bedeutet dies: 98.9% der verfahrplanten Zuege sind auch tatsaechlich gefahren und davon waren 89.5% der Zuege puenktlich.

Meine persoenliche Erfahrung deckt sich leider nur zum Teil mit diesen Zahlen. Ich kann bestaetigen, dass die meisten Zuege tatsaechlich auch fahren. Das ist schoen. Aber puenktlich sind sie mitnichten. So hab ich mir zum Beispiel angewoehnt, zu der Zeit aus dem Haus zu gehen wenn der Zug eigentlich abfahren sollte, so dass ich dann am Bahnhof nur noch 2-3 min. warten muss (man rechne, 2min. Weg + 2-3min. warten = 4-5min Verspaetung). Das funktioniert morgens eigentlich immer.

Der Grund warum eigentlich alle Zuege, die ich benutze, verspaetet sind, die offiziellen Zahlen aber trotzdem nur gut 10% verspaetete Zuege ausweisen, ist mindestens zweifaeltig (in diesem Satz koennte man jetzt auch noch mehr Kommas verstecken).
  1. Die Toleranz liegt bei sageundschreibe 5!!! Minuten. Bei Zuegen im 10minTakt hat man also gute Chancen den vorhergehenden Zug zu erwischen.
  2. Natuerlich sind die Zuege vor allem waehrend der rush hour verspaetet, wodurch sich der Anteil locker auf ueber 20% verschieben kann (Vielleicht sollt ich einfach erst Mittags zur Arbeit fahren).
Nach all dem Gejammer nun auch noch etwas Positives:

ICH KANN MIT DEM ZUG ZUR ARBEIT FAHREN.

Kommentare:

  1. Zum Trost: in Bern haben sie dafür fast alle Tramnummern gewechselt. Das kommt einer fremden Stadt sehr ähnlich. Jedenfalls: i chume nümm nache, bi ja aber o usem letschte Jahrtuusig.
    Mamma C

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  2. Liebe Mamma C
    schön, dass du auch wieder im Kreis der Kommentierenden dabei bist! Und: Da kommt ja was auf uns zu wenn wir mal wieder zurück in Bern sind... Viel Glück beim Zurechtfinden!
    Helen

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