Montag, 17. Januar 2011

Meine ersten Neuseelandtage: Landwurzeln

Mein Götti Häisi ist 1993 nach Neuseeland ausgewandert und hat mit seiner Frau, Verena, eine Farm auf dem Takaka Hill aufgebaut. Meine Cousins, Livia und Marvin, sind mittlerweile elf und dreizehn Jahre alt. Es war also langsam an der Zeit, dass ich ihnen einen Besuch abstatte. Da Takaka Hill ja um die Ecke ist (von Melbourne aus gesehen), habe ich dieses Projekt nun in Angriff genommen und bin mit Peschi, Pino und Mira mit nach Neuseeland geflogen.

Ich bin zum ersten Mal über das Rollfeld zum Flugzeug gegangen um einzusteigen, und auch wieder so ausgestiegen. Ich habe zum ersten Mal mein Gepäck vor dem Flughafengebäude auf einem Brügiwägeli abgeholt.

Und nun sind wir alle da.

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Willow, das Highland-Rind, empfängt uns am Weg auf den Hill.

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Und auch die anderen Kühe tauchen ab und zu im grünen Busch auf.

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Da die Kinder den Jetlag in Melbourne schon ziemlich gut überwunden haben, gehen wir schon am zweiten Tag auf einen Ausflug.

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Peschi mit Pino und Mira an der Agriculture and Pasture Show in Takaka. Wie man sieht, geht es nicht nur um Landwirtschaft und Beweidung.

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Einige der alten Autos hätte ich gerne mit nach Hause genommen, obwohl ich nicht so ein Autofreak bin (resp. versuche, Agathe treu zu bleiben, auch wenn die anderen Autos noch so schön sind).

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Es gab Dampfmaschinen zu bestaunen, die Strohballen pressen oder Holzsägen antreiben.

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Die originellen Maschinen wurden von ebenso originellen Besitzern streng überwacht.

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Nicht mit Dampf betrieben, aber nicht minder faszinierend ist das Flugzeug-Karussell. Mira und Pino sind richtige kleine Piloten, vor allem mit den Flieger-Sonnenbrillen, die mit einem Band am Kopf festgemacht werden.

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Die Agriculture and Pasture Show hat aber auch Agriculture and Pasture zu bieten: Schafscherwettbewerb.

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Team Competition im Schafscheren: Der Shearer hinten wird von Sarah (in diesem Fall) unterstützt, die das Flies des bereits geschorenen Schafes auf einem Tisch ausbreiten und putzen muss.

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Alles geschieht unter enormem Zeitdruck. Schiedsrichter achten darauf, dass die Schafe trotzdem nicht verletzt werden und dass die Wolle sorgfältig geputzt, zusammengelegt und sachgerecht verstaut wird.

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Ein zweiter Höhepunkt sind die Holzer-Wettbewerbe. Hier geht es darum, senkrecht eingespannte Holzblöcke in zwei Hälften zu hacken.

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An den vielen am Boden liegenden Holzschnitzeln kann der geübte Holzerwettbewerb-Betrachter unschwer erkennen, dass dies nicht die einzige Wettbewerbsmöglichkeit ist. Es gibt ausserdem waagrecht eingespannte Holzblöcke, die halbiert werden, indem der Holzer breitbeinig auf dem Block steht und ihn zwischen seinen Beinen auseinander hackt.
Diese beiden Formen werden als Teamwettkampf im Staffettensystem ausgetragen.

Die letzte Form werde ich euch zeigen, sobald ich Filme auf den Blog laden kann. Sie ist zum Erklären zu kompliziert und zum Zuschauen zu faszinierend.

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Es war heiss. Es war einigermassen exotisch für mich. Aber eigentlich war es nicht viel anders als eine Mischung aus Viehschau, Landwirtschaftsausstellung an der BEA, Langnau-Märit und Dampfwalzentreffen. Und ja, bei Letzterem, wie übrigens bei den Vorangehenden auch, spreche ich aus eigener Erfahrung.

Und das ist eine Atmosphäre, in der ich mich grundsätzlich sehr wohl fühle. Und eine, die sich grundsätzlich von South Yarra, unserer Ecke in Melbourne, unterscheidet. Was nun nicht heisst, dass sich Jonas Sorgen machen muss, dass ich nicht zurück komme. Oder dass ich mich dort überhaupt nicht wohl fühle.
Ich wohne gerne in der Stadt, aber manchmal ist es schön, die Landwurzeln wieder ein bisschen zu pflegen.

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Livia und Mira geniessen die Glace.

Kommentare:

  1. beneidenswert diese fränseli!! und heli: dieses badetuch mit den tollen trampeltieren, kannste das nicht für mich kapern?;)

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  2. Hei Rebi,
    meinst du die Fränseli von der Willow? Das ist noch gar nichts, ich mach mal noch ein Bild von Simone (schön englisch ausgesprochen, also Kiwi-Englisch), die hat riiiichtig tolle, also Tolle.

    Hm, das mit dem Badetuch....
    ich schau mal, was ich machen kann.

    Bis glii,
    Helen

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  3. Ciao zämma, ich bin aus Thusis GR und war einmal ein Schüler von Verena Rudolf. Habt ihr vielleicht eine E-mail Adresse von Verena, Häisi und Fam.? Liebe Grüsse, Mario rossi_m_a@yahoo.de

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