Montag, 26. März 2012

Ich geniesse die ruhigen Abende und vermisse gleichzeitig die lebendigen, lauten mit Wein, Musik und viel Essen. Es ist Ruhe eingekehrt bei uns. Elisabeth und Karin sind letzten Donnerstag abgeflogen, Rebekka und Marco sind auf der Great Ocean Road. Jonas ist am Stubentisch und ich im Bett. Mit schmerzendem Hals und verstopfter Nase.

Schon als Kind wurde ich immer am ersten Ferientag krank. Immer, wenn die Entspannung kam. Dummerweise ist diesmal der erste Ferientag am Mittwoch, ich muss mich also morgen noch einmal in die Schule schleppen. Dort merkt man allen an, dass es höchste Zeit ist für Ferien: Die Kinder sind müde und gleichzeitig aufgedreht, einige sind krank.

Vielleicht habe ich Glück und bin zum Ferienanfang am Mittwoch wieder fit. Mittwoch Mittag beginnt nämlich das nächste Abenteuer: Wir (Jonas, Rebekka, Marco und ich) fliegen nach Darwin, mieten ein Auto (Jonas hofft auf einen Subaru) und werden den Kakadu-Nationalpark unsicher machen. In der Regenzeit. Das wird interessant.

Höchste Zeit also, noch ein paar Versäumnisse aus den Sommerferien aufzuholen. Here we go:

DSC_0549

Pelikane auf dem Coorong. Der Coorong ist eine grosse Lagune, die sich vom Mündungsbereich des Murrays parallel zur Küste erstreckt. Hier ein Überblick über die Region.

DSC_0576

Ich glaube, ich habe bereits drüber geschrieben: Der Murray ist der grösste Fluss Australiens und er bewässert gleichzeitig die 'Food bowl', also das wichtigste landwirtschaftliche Anbaugebiet, von Australien. In dieser Funktion wird dem Murray sehr viel Wasser entnommen (2010, ein regenreiches Jahr, zum Beispiel gut 40% der Gesamtabflussmenge). Das wirkt sich sehr stark auf die verschiedenen Ökosysteme aus, die mit dem Fluss verbunden sind, unter ihnen der Coorong. In den Dürrejahren von 1997 bis 2009 wurde der Einlass des Coorong mit einem Damm verschlossen, weil man sich dadurch erhofft hat, dass der Murray so weniger Wasser an den Coorong 'verliert' und sein weniges verbleibendes Wasser ausreichen würde, um den Mündungskanal freizuhalten. Gleichzeitig mussten aber 24 Stunden am Tag zwei Schiffsbagger im Einsatz sein, um einen Kanal freihalten zu können.

DSC_0582

Für den Coorong bedeutete das ein Abschneiden von Frischwasserzufuhr und eine grosse Gefährdung der Fauna und Flora, die speziell an Brackwasser und an die rauen Bedingungen 'on the edge', also aussen an einer wilden Küste des indischen Ozeans, angepasst waren. Die letzten beiden Jahre, in denen es deutlich mehr geregnet hat, lassen die ganze Region aufatmen. Der Coorong und die Seen im Mündungsbereich füllen sich wieder, in die Dörfer, die vor zwei Jahren deutlich entvölkert waren, kehrt wieder Leben zurück und die Menschen blicken wieder hoffnungsvoller in die Zukunft als auch schon. Mich hat erstaunt, wie schnell diese Gegend wieder lebendiger wird und wie sehr die Menschen bereit sind, mit der unwirtlichen, windigen und versalzten Umgebung zu leben.

Im Bild oben sind links im Hintergrund Häuschen zu sehen, die zu einem von lokalen Aboriginals verwalteten Resort gehören. Dort haben wir zwei Nächte gewohnt.

DSC_0591

Die Salzpfannen im Bereich des Coorong haben eine unwirkliche und unwirtliche Schönheit.

DSC_0594

Nachdem wir seit Melbourne auf unserem Weg gegen die Kangaroo Island ziemlich viel gefahren waren und nur beschränkt Zeit hatten, zu verschnaufen, kam diese Pause im Reiseprogramm sehr gelegen. Wir sind den freien Tag alle sehr gemütlich angegangen. Es gab Zeit für Schläfchen und endlich auch für die Reiselektüre.

DSC_0596

Der Coorong war für mich im besten Sinne langweilig. Es gibt nichts ausser schaurig-schöne Stimmungen, Schwefelgeruch und Pelikane.

DSC_0604

Entspannt fuhren wir am nächsten Tag der Murray-Fähre und Kangaroo Island entgegen.

Kommentare:

  1. Hei ihr da in down under. Bin ziemlich neidisch, dass ihr nun schon unterwegs seid in den Kakadu National Park. Geniesst die tausend Tiere, welche ihr da zu sehen bekommt, ich fand es wuuuuuuuuuuuuuuuunderschön. Aber gäll, nicht baden gehen und neben die Strassen, denn die Krokodile sind wirklich überall!!!
    Gruess us Lozärn

    AntwortenLöschen
  2. Hei Andrea

    het nech grad ds Reisefieber packt? Es gseht so us... Super, i fröie mi sehr.

    Bis glii
    Helen

    AntwortenLöschen